Integrative Medizin

Klassische westliche Medizin plus fernöstliche Medizin – Wissenschaft und Tradition im Einklang 

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Zusammenfassung: Integrative Medizin bezeichnet ein Konzept aus dem Bereich der Medizin, in dem alle Einflüsse und Zusammenhänge auf die Gesundheit des Menschen betrachtet werden. Stark vereinfacht lässt sich sagen, dass dieses integrativ-medizinische Konzept eine friedvolle Zusammenführung („Integration“) der westlichen, eher körperorientierten Medizin und der traditionellen fernöstlichen, eher geistig-seelisch zentrierten Medizin ist.


Die Essenz der integrativen Medizin: Individualität

Scheinbar diametral stehen die traditionellen uralten Medizinsysteme als Erfahrungsheilkunde (Ayurveda, Traditionelle Tibetische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin etc.) dem modernen Medizinsystem gegenüber, welches Wissenschaftlichkeit für sich beansprucht (Hochschulmedizin). Beide Systeme bieten Schwerpunkte und Vorteile. Die ergänzende Zusammenfassung der positiven Seiten beider Systeme ermöglicht aus meiner Erfahrung eine sinn- und wirkungsvolle Ergänzung, insbesondere im Bereich der Therapie schwerbehandelbarer und chronischer Erkrankungen.

Eines der Prinzipien der Integrativen Medizin ist die Individualität des Patienten: Es soll eine Vielfalt der Möglichkeiten zur Verfügung stehen, je nach Situation und persönlichem Bedarf.

 

Medizinisches Querdenken zum Zweck der Kuration

Der Begriff integrative Medizin wurde erst in den letzten Jahrzehnten geprägt. Ganz allgemein unterstreicht er die Offenheit des Arztes, sich mit weiteren Medizinsystemen als dem ursprünglich Studiertem auseinanderzusetzen und bei Bedarf auch anzuwenden. Er ist dabei ständig auf der Suche nach Lösungen für den Patienten – auch oder ganz besonders im Falle von chronischen Erkrankungen. Im Gegensatz zur alternativen Medizin (Komplementärmedizin) schließt die integrative Medizin die sogenannte „Schulmedizin“ also nicht aus, sondern betont den Einbezug aller Maßnahmen, die zur Gesundung beitragen: also auch wirkungsvolle diagnostische und therapeutische Ansätze weiterer Medizinsysteme, wie zum Beispiel der traditionellen Naturheilkunde, Kräutermedizin, Komplementärmedizin, des Ayurveda, der Traditionellen Tibetischen Medizin, Traditionellen Chinesischen Medizin und weiteren ganzheitlichen fernöstlichen Medizinsystemen. Immer dann wenn es aus medizinischen Gründen erforderlich ist, wie zum Beispiel bei Unverträglichkeiten oder wenn der Patient es besonders wünscht, können ganzheitliche Lösungswege der integrativen Medizin eingesetzt werden. Es geht um eine Art „medizinisches Querdenken“ zum Zweck der Kuration.

Die Begriffe „ganzheitliche“ oder „holistische“ Medizin kommen der integrativen Medizin am nächsten. Allerdings stellt die integrative Medizin eine bewusste Erweiterung um auch nicht-ganzheitliche Therapien der klassischen universitären Medizin sowie Naturheilkunde dar.

Im Verständnis der integrativen Medizin ist Gesundheit mehr als die Abwesenheit von der Krankheit. Entsprechend der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist dabei der Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens gemeint. Präventivmedizinische Ansätze wie Ernährung, körperliche Bewegung und Entspannung genießen einen hohen Stellenwert in der integrativen Medizin. Orientiert an klassischen fernöstlichen Traditionen der Gesundheitspflege stehen gezielte therapeutische Maßnahmen für ein gesundes Leben im Vordergrund. Es wird großer Wert auf die Aktivierung und Förderung der körpereigenen Selbstheilungskräfte gelegt.

Die Rolle des Patienten in der integrativen Medizin ist die des zunehmend aktiven, mitgestaltenden und mitbeteiligten, mündigen Patienten, der im Zentrum des Gesundungsprozesses steht. Der Mensch steht in seiner individuellen Komplexität aus Geist, Körper und Seele im Mittelpunkt des diagnostischen und therapeutischen Bemühens.

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